
24. September 2026
Münchner Zinsrunde 2026 - Märkte, Strategie & Investment Governance
Die Münchner Zinsrunde brachte am 24. September 2026 erneut institutionelle Investoren, Asset Manager und Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Kapitalanlage zusammen. In der WTS-Villa im Münchner Werksviertel standen Herausforderungen und neue Perspektiven für institutionelle Portfolios im Mittelpunkt. Das Themenspektrum reichte von Direct Lending und Managed Futures über Investment Governance und marktunabhängige Anlagestrategien bis hin zum Einsatz Künstlicher Intelligenz im Portfoliomanagement und den Entwicklungen an den Kryptomärkten.
Für einen etwas anderen Blick auf die Kapitalmärkte sorgte der Zinsrunden-Wiesn-Indikator: Basiswert war der Preis einer Maß Oktoberfestbier. Bundesanleihe, BMW-Aktie, Gold und DAX wurden dabei kurzerhand in die härteste Währung der Wiesn umgerechnet – in Maß Bier. Und zumindest beim langfristigen Investieren zeigte sich: Buy & Hold schlägt manchmal tatsächlich Buy & Drink.
Dr. Heinrich Wohlfart und Paul Weßling führten durch das Programm, das neben den Fachvorträgen viel Raum für Fragen, Diskussionen und den persönlichen Austausch bot. Das positive Feedback der Teilnehmer bestätigte einmal mehr das Konzept der Zinsrunde, Kapitalmarktthemen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und zugleich eine Plattform für den direkten Austausch unter institutionellen Investoren zu schaffen. Ein besonderer Dank gilt unseren Partnergesellschaften, die mit ihren Referenten und Fachbeiträgen wesentlich zum Gelingen der Münchner Zinsrunde beigetragen haben.
Georg Fahrenschon, Partner und Generalbevollmächtigter der WTS, begrüßte die Teilnehmer bereits zum zweiten Mal als Gastgeber in der WTS-Villa. Zum Auftakt gab er einen kurzen Überblick über den BMF-Aktionsplan gegen Steuer- und Finanzkriminalität und die fortschreitende Digitalisierung der Betriebsprüfung. Im Mittelpunkt standen die geplanten standardisierten Datenanforderungen nach der Buchführungsdatenschnittstellenverordnung (DSFinVBV) sowie der Wandel von der klassischen Beleg- und Einzelfallprüfung hin zu einer datengetriebenen Prüfung. Datenanalysen und automatisierte Verfahren sollen künftig eine effizientere Identifizierung potenzieller Auffälligkeiten ermöglichen.
Investment Governance in der Praxis – Risiken erkennen, Entscheidungen fundieren, Verantwortung wahrnehmen
Sissy Koch, Associate Partner bei Rödl und Co-Leiterin des Teams Wealth, Reporting & Controlling, zeigte auf, wie ein professionelles Kapitalanlage-Controlling Transparenz schafft und belastbare Entscheidungsgrundlagen liefert. Anhand exemplarischer Reportings für liquide und illiquide Investments veranschaulichte sie den Mehrwert einer konsolidierten, bankenunabhängigen Datenbasis. Diese ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf die Kapitalanlagen und unterstützt dabei, Risiken, Konzentrationen, Bewertungen und Liquidität systematisch zu analysieren. Vorstände, Aufsichtsräte und weitere Gremien erhalten damit eine fundierte Grundlage, um ihre Verantwortung im Rahmen der Investment Governance wahrzunehmen, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und Kapitalanlagen vorausschauend zu steuern.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der strukturierten Aufarbeitung problembehafteter Kapitalanlagen. Koch erläuterte, wie Ursachen- und Verlaufsanalysen dazu beitragen können, Fehlentwicklungen nachvollziehbar zu machen, strukturelle oder anlageübergreifende Auffälligkeiten zu erkennen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für bestehende und künftige Investments abzuleiten.
Managed Futures – Krisenhelfer trotz attraktivem Renditepotenzial: Wie kann das sein?
Michael Günther, Partner & Senior Portfolio Manager bei Tungsten Capital Management GmbH, widmete sich in seinem Vortrag der Bedeutung von CTAs bzw. Managed-Futures-Strategien für die Asset-Allokation institutioneller Investoren. Im Mittelpunkt standen insbesondere deren Diversifikationseigenschaften und ihre Rolle in unterschiedlichen Marktphasen. Während Managed Futures bei deutschen Profi-Investoren bislang eine vergleichsweise geringe Bedeutung haben, sind sie im angelsächsischen Raum bereits deutlich stärker etabliert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Verhalten der Anlageklasse in ausgeprägten Krisenphasen wie 2008 und 2022 sowie auf ihrem langfristigen Renditepotenzial und den zugleich auftretenden längeren Phasen der Underperformance. Am Beispiel der Tungsten TRYCON Strategie wurde dargestellt, wie den Schwächephasen von Managed Futures begegnet werden kann, ohne die Diversifikationseigenschaften der Anlageklasse zu verwässern. Dabei spielte insbesondere der Einsatz Künstlicher Intelligenz eine zentrale Rolle. Grundlage sind über 25 Jahre Forschungshistorie und mehr als 13 Jahre praktische Anwendung von KI im Rahmen von Publikumsfonds. Anhand eines klassischen 50/50-Portfolios veranschaulichte Günther abschließend den Effekt einer Berücksichtigung einer modernen Managed Futures-Strategie auf Portfolioebene.
Direct Lending zielgenau: Risiken im Griff, Rendite im Blick mit dem Alpinum Direct Lending Fund
Reto Ineichen, CIO und Partner der Alpinum Investment Management AG, zeigte, warum Direct Lending in einer „Higher Nominal World“ mit strukturell höheren Zinsen und soliden nominalen Wachstumsraten attraktive laufende Erträge bieten kann. Ilario Scasascia, Co-Head Investments, erläuterte, wie ein konsequent auf Senior Secured Loans, breite Diversifikation und sorgfältige Managerselektion ausgerichteter Ansatz zur Begrenzung von Risiken und zum effizienten Kapitaleinsatz beitragen kann. Im Fokus standen zudem der Multi-Manager-Ansatz, die Streuung über mehr als 400 Kreditnehmer sowie ein vollständiger Kapitaleinsatz ab Tag 1. Die zentrale Botschaft stellten die Referenten heraus: Nicht der höchste IRR zählt, sondern ein robuster Kapitalrückfluss und ein attraktives Rendite-Risiko-Profil für institutionelle Anleger.
Beyond Beta – Marktineffizienzen statt Marktmeinungen
Michael Schülli, Founding Partner bei BlueBalance Capital GmbH, stellte einen diskretionären Relative-Value-Ansatz vor, der darauf ausgerichtet ist, Erträge nicht primär aus der Richtung von Aktien-, Zins-, Währungs- oder Rohstoffmärkten, sondern aus relativen Fehlbewertungen und Verwerfungen innerhalb von Marktstrukturen und Terminkurven zu erzielen. Im Mittelpunkt standen dabei drei zentrale Prinzipien: prognosefreies Curve Trading, längere Anlagehorizonte und eine breite Diversifikation der Ertragsquellen. Schülli erläuterte, wie relative Preisbeziehungen und Marktstrukturen analysiert und temporäre Verwerfungen in Terminkurven genutzt werden können, ohne eine bestimmte Marktrichtung prognostizieren zu müssen. Die Strategie kombiniert dazu Positionen über unterschiedliche Anlageklassen und Risikofaktoren mit einem defensiven Hedging-Ansatz. Ziel ist es, einzelne Ertragsquellen möglichst voneinander zu entkoppeln, die Abhängigkeit von klassischen Marktrisikoprämien zu reduzieren und damit einen diversifizierenden Baustein für institutionelle Portfolios zu schaffen.
Einsatz von KI im Portfolio Management Prozess
Roger Bootz, Head of Sales bei Smart Wealth Asset Management AG, zeigte, wie Künstliche Intelligenz in einem vollständig automatisierten Portfolio-Management-Prozess eingesetzt werden kann. Vor dem Hintergrund zunehmend komplexer Finanzmärkte erläuterte er, wie datenbasierte Modelle dazu beitragen sollen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Marktchancen systematisch zu nutzen. Im Mittelpunkt stand der sechsstufige KI-Prozess von Smart Wealth: von der Selektion des Anlageuniversums über den Einsatz maschinellen Lernens bei der Prognoseerstellung bis hin zur automatisierten Portfoliooptimierung, -umsetzung und -überwachung. Bootz erläuterte, wie durch den systematischen Ansatz der Einfluss menschlicher Verhaltensmuster auf Anlageentscheidungen reduziert und eine effiziente, risikoorientierte Vermögensverwaltung unterstützt werden soll. Die Teilnehmer nutzten die anschließende Diskussion für vertiefende Fragen zur praktischen Umsetzung.
State of Crypto – Marktausblick 2026: Breiter aufgestellt, besser positioniert
Oliver Schäfer, Head of Germany, und Bernhard Wenger, Head of Northern Europe bei 21Shares AG, präsentierten die aktuelle Lage an den Kryptomärkten und ordneten die Marktentwicklung 2026 als Konsolidierungsphase ein. Dabei beleuchteten sie unter anderem die Entwicklung von Bitcoin, mögliche Anzeichen einer Bodenbildung sowie die Auswirkungen einer steigenden institutionellen Nachfrage auf das verfügbare Angebot. Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, welchen Beitrag Bitcoin als Beimischung in einem Multi-Asset-Portfolio leisten kann. Anhand von Daten zeigten die Referenten, wie sich die vergleichsweise geringe Korrelation zu traditionellen Anlageklassen auf das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios auswirken kann. Nach den vorgestellten Berechnungen kann bereits eine Beimischung von zwei Prozent die risikoadjustierte Rendite verbessern. Der Vortrag gab damit praxisnahe Einblicke in die Möglichkeiten einer effizienten und risikobewussten Integration von Krypto-Assets in institutionelle Portfolios.
Nach einem ereignisreichen Veranstaltungstag bot der gemeinsame Abend im Fisch-Bäda Wiesnstadl auf dem Oktoberfest Gelegenheit, die Gespräche in entspannter Atmosphäre fortzusetzen und die Münchner Zinsrunde gemeinsam ausklingen zu lassen. Der Termin für das kommende Jahr steht bereits fest: Am Donnerstag, 23. September 2027 findet die nächste Münchner Zinsrunde bei der WWK Lebensversicherung a.G. statt. Wir freuen uns schon heute auf ein Wiedersehen in München!
24. September 2026
München
Traditionelle Münchner Zinsrunde
Experten beleuchteten auf der Münchner Zinsrunde am 24.09.2026 die vielfältigen Aspekte des Kapitalmarkts. Dr. Heinrich Wohlfart und Paul Weßling führten durch einen Tag voller interessanter Fachvorträge und anregender Diskussionen. Das positive Feedback der Teilnehmer unterstreicht den Erfolg der Veranstaltung. Ein besonderer Dank gilt unseren acht Partnerfirmen, die nicht nur mit interessanten Fachvorträgen zum Gelingen der Münchner Zinsrunde beigetragen haben.
Abendveranstaltung
Nach einem ereignisreichen Tag bot die Abendveranstaltung im Fisch-Bäda Wiesnstadl auf dem Oktoberfest den Gästen die perfekte Gelegenheit, den Tag in entspannter Atmosphäre ausklingen zu lassen und sich auszutauschen. Notieren Sie sich schon jetzt den Termin für die nächste Münchner Zinsrunde.
Agenda
WTS Group AG
Friedenstraße 22, 81671 München
ab 11:30
Registrierung & Mittags-Networking
12:30
Begrüßung
Dr. Heinrich Wohlfart und Paul Weßling
Georg Fahrenschon, Partner | Sprecher der Niederlassungsleiter München, WTS Group AG
12:45
Investment Governance in der Praxis – Risiken erkennen, Entscheidungen fundieren, Verantwortung wahrnehmen
Sissy Koch | Co-Leitung Team Wealth, Reporting & Controlling
Alexander Etterer | Geschäftsführer
Reportify Analytics GmbH | Rödl Audit GmbH
13:10
Direct Lending zielgenau: Risiken im Griff, Rendite im Blick mit dem Alpinum Direct Lending Fund
Reto Ineichen | CIO & Partner
ALPINUM INVESTMENT MANAGEMENT AG
13:35
Managed Futures – Krisenhelfer trotz attraktivem Renditepotenzial: Wie kann das sein?
Michael Günther | Partner & Senior Portfolio Manager
Tungsten Capital Management GmbH
14:00
Pause
14:30
Beyond Beta – Marktineffizienzen statt Marktmeinungen
Michael Schülli | CEO
BlueBalance Capital GmbH
14:55
Einsatz von KI im Portfolio Management Prozess
Roger Bootz | Head of Sales
Smart Wealth Asset Management AG
15:20
State of Crypto – Marktausblick 2026: Breiter aufgestellt, besser positioniert
Bernhard Wenger | Head of Northern Europe und Oliver Schäfer | Head of Germany
21Shares AG
15:45
Zusammenfassung und Verabschiedung
Dr. Heinrich Wohlfart und Paul Weßling
18:00
Beginn der Abendveranstaltung
Fisch Bäda Wiesenstadl
Fotogalerie
Vortragsthemen unserer Partnergesellschaften


































